Zwischenseminar in Tansania

Diesen Blogeintrag habe ich bereits im Februar geschrieben und wollte ihn auch eigentlich schon längst hochladen. Aber wie das nun machmal so ist, verläuft nicht alles nach Plan. Stellen wir uns doch nun noch einmal gemeinsam eine Welt ohne Corona, Abstands- oder gar Hygieneregeln vor. Viel Spaß beim Lesen:-)

Nachdem Moritz und ich nun nach einer neuntägigen Anreise endlich in Moshi ankamen, habe ich zunächst für einen Tag bei Mareike in ihrer Arbeitsstelle übernachtet und einen Arbeitstag miterlebt. Der Weg von der Straße zum Kinderheim ist super schön, man geht zwischen Bananenbäumen und Palmen entlang und rundherum ist alles grün und blüht.

Am nächsten Tag sind wir in ein Hostel umgezogen, da nun endlich auch die anderen Freiwilligen aus Israel, England und Frankreich ankamen und Harald & Franzi (sie ist eine ehemalige Stipendiatin, die nun im Vorstand tätig ist).

In den darauffolgenden Tagen haben wir die Arbeitsstellen von Eileen, Noel und Mareike besucht. In jeder Stelle wurden wir mit sehr leckeren landestypischen Gerichten versorgt und bei Noels Arbeitsplatz haben wir auch einen Gottesdienst besucht. Dieser ging überraschenderweise nur zwei Stunden und obwohl wir trotz paralleler Übersetzungen von kiswahili ins englische nicht allzu viel verstanden haben, war die Predigt durch das überaus enthusiastische Vortragen wirklich sehr unterhaltsam.

Masala Tee mit selbstgebackenen Keksen und Erdnüssen

Natürlich sind wir auch nicht daran vorbeigekommen einmal Reis mit Bohnen probiert zu haben. Auch sind wir an einem Nachmittag auf den Markt in Moshi gegangen und haben dort „Bites“ probiert. Das sind mit Gemüse oder Fleisch gefüllte und frittierte Teigtäschchen. Und natürlich gibt es auf dem Markt, aber auch generell an den Straßen viele Obst- und Gemüsestände, wo man frische Mangos, Avocados, Bananen und noch mehr super lecker und total günstig kaufen kann.

Nachdem wir also zunächst ein paar Tage in Moshi geblieben sind, ging unsere Reise weiter nach Pangani. Zunächst ging es sieben Stunden mit einem älteren Reisebus nach Tanga. Von Tanga ging es nun mit unserem ganzen Gepäck ins Dalla Dalla und schnell verwandelte sich die Teerstraße in eine Schotterpiste. Das viele Fahren schien dem durchaus älteren Bus auch nicht so gut getan zu haben, denn irgendwann begann es zwischen dem Fahrer- und Beifahrersitz von unten hoch zu qualmen und da ich genau dahinter saß, merkte auch ich wie meine Füße stetig wie von einer Fußbodenheizung erhitzt wurden. Wir sind dann irgendwann angehalten und der Fahrer und Begleiter haben sich den Motor unter den Vordersitzen einmal etwas genauer angeschaut. Einer von den beiden nahm einen Wasserkanister zur Hand, kippte es auf den heißen Motor, es zischte kurz und das Wasser war verdampft. Und dann kam auch noch ein Laster an uns vorbei, der auf der eher schmalen Straße überholen wollte, unserem Gefährt auswich und prompt in den Graben fuhr. Zum Glück ist dieser nicht komplett umgekippt, sodass er es nach mehreren Versuchen wieder rausgeschafft hat und auch unserer Bus hatte sich irgendwann abgekühlt und die insgesamt zweistündige Schotterpistenfahrt ging weiter.

Unser schicker Bus gefüllt mit Gepäck von zwölf Leuten und insgesamt 14 Mitfahrenden

Bevor unsere Dalla Dalla Fahrt ein Ende nahm, bog der Fahrer irgendwann links ab und plötzlich sahen wir den Strand und indischen Ozean vor uns. Es ging nun also nochmal ein Stückchen auf dem Sandstrand nur wenige Meter vom Wasser entfernt entlang, bevor wir mit einer Fähre eine Meereseinmündung überquerten. Das letzte nötige Gefährt, um an unseren Zielort zu gelangen, war das Picki Picki (Motorrad). Die Rucksäcke wurden auf die Motorräder gespannt und es ging nochmal ein ganzes Stückchen durch die Wildnis. Wir waren mittlerweile zwölf Stunden unterwegs, es wurde stockdunkel und so richtig wussten wir ja selbst gar nicht wo wir hin wollten.

Meinen Fahrer fand ich sehr sympathisch, er konnte überraschenderweise recht gut Englisch, hatte sich ein Radio eingebaut und so war die Fahrt mit lauter Musik doch ganz unterhaltsam.

Das Resort, in dem wir die nächsten Tage verbrachten, war paradiesisch. Wir haben in Strandhütten direkt am Meer geschlafen, außer uns war dort nur noch eine französische Familie zu Gast und das Essen war super lecker. Die Zeit dort haben wir genutzt um in der Gruppe aber auch in Einzelgesprächen über unsere Erfahrungen zu erzählen und uns auszutauschen. Und dass wir dort weder Empfang noch gut funktionierendes Wlan hatten, war auch mal sehr entspannend.

unser kleiner Privatstrand
den von Franzi&Harald extra aus Deutschland importierten Toffifee wurde es zwischenzeitlich wohl auch etwas zu warm

Die Rückreise nach Moshi haben wir auf zwei Tage aufgeteilt. Es ging zunächst wieder mit Picki Pickis, Fähre und Dalla Dalla zurück. Alleine schon nach der Picki Picki Fahrt war die Haut mit einer dicken Staub-Dreck-Sandschicht bedeckt und so fühlte nicht nur ich mich in Tanga angekommen bereit für eine Dusche. Und plötzlich fuhr unser Dalla Dalla in eine Einfahrt eines sehr schick aussehenden Hotels, wir wurden vor den Eingang gefahren, stiegen aus und unser Gepäck wurde direkt auf einen gold farbenen Gepäckwagen sortiert. Wo sind wir denn jetzt hier gelandet? Etwas überfordert und verwirrt vom Luxus übernachteten wir dort eine Nacht und am nächsten Tag ging es dann endgültig zurück nach Moshi. 

Am letzten Tag haben wir die Massai besucht. Sie sind eine Volksgruppe, die unter anderem in Tansania beheimatet ist. Ein Teil des Chores aus dem Dorf, dass wir besucht haben, war letzten Mai bei uns in Deutschland zu Besuch. Daher war die Freude groß, sie nun endlich wiederzusehen und sie in ihrem Dorf zu besuchen. Wir haben zusammen Gottesdienst gefeiert, jeder von uns hat selbstgemachte Ohrringe oder eine Kette geschenkt bekommen und mittags wurde groß gekocht.

Vielleicht fragt ihr euch jetzt, warum ich einen Stab in der Hand halte. Als die Massai letztes Jahr in Deutschland waren und wir zusammen in Dortmund auf den Kirchentag unterwegs waren, bin ich immer mit dem mit Pailletten geschmückten Holzstab des Chorleiters voran gegangen, damit sich keiner verläuft und so bekam ich den Spitznamen „Teamleader“. Und kaum waren wir dort angekommen, kamen sie auf mich zu und gaben mir wieder den Stab in die Hand, eine wirklich super nette Geste.

Nach dem Besuch bei den Massai ging es für uns direkt zum Flughafen, wo wir uns wieder voneinander verabschieden mussten, was wirklich nicht ganz so leicht war.

Für Rebekka und mich ging die Reise am nächsten Tag noch einmal weiter, denn für uns ging mit dem Flieger ins nächste Paradies. Zanzibar. Aber dazu mehr in einem anderen Blogeintrag.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s