Lehitraot – להיתראות

Oh Leute, wenn ihr wüsstet, wie lange ich mir schon vornehme, diesen Eintrag zu schreiben. Jetzt aber Attacke (@Israel: nicht wörtlich nehmen!), hier kommt das Update:

Anfang Februar hatten wir Zwischenseminar von der Stiftung in Tansania – abenteuerliche Verkehrsmittel, tolle Landschaft, lange Gespräche, mehr Malariamücken als mir lieb waren, gutes Seminar, das altbekannte Wasserproblem, Gottesdienst bei den Maasai, liebe Leute, leckeres Obst, nette Kartenspiele, deutschsprechende Freunde…

Die Stiftungstruppe

Zurück in Israel war ich lange ziemlich krank und habe Bekanntschaft mit einem schönen israelischen Denkmuster gemacht: „Du bist krank? Okay, ich bringe dir Suppe, rufe dich morgen nochmal an und sage gleich den anderen Bescheid, damit die nächsten Tage auch jemand zu dir kommt.“ Also wurde ich sehr liebevoll von allen Seiten umsorgt und habe wieder mal deutlich gemerkt, dass ich richtig Teil des Kindergartens geworden bin und was für herzliche Menschen mich umgeben, ein echtes Geschenk!

Hier übrigens mal ein paar Bilder vom Kindergarten. An diesen Tischen wird gewebt, gemalt, geknetet, gemeinsam Mittagessen vorbereitet, mit Kreiseln gespielt und was man im Kiga noch so macht…
Auf dem Teppich wird mit Bauklötzen, Tüchern und allerhand Naturmaterialien gespielt, Waldorfkindergarten eben 🙂

Trotzdem ging es mir mies und meine Freundin Carlotta, die mich in der Zeit besucht hat, hat hauptsächlich mein Zimmer gesehen. Mir tat das sehr Leid für sie und ich hätte ihr sehr gerne mehr gezeigt, wo ich bin. Aber ich war sehr froh, dass sie bei mir war, so hatten wir sehr viel Zeit zum Erzählen und einfach Zusammensein.

Hier wurde ein Geburtstagslied für den Freiwilligen aus dem Vorjahr gesungen, genauer gesagt zwei: ein hebräisches und ein arabisches

Anfang März musste ich mit Malariaverdacht gegen meinen Willen vorläufig nach Hause fliegen und ich kann euch sagen, wenn man im T-Shirt losfliegt und zuhause Schnee liegt, ist das sehr verwirrend und kann auch mitten im März zu ausgeprägter Weihnachtsstimmung führen. Malaria hatte ich zum Glück nicht, aber in der Zwischenzeit hat sich Corona breitgemacht und alle Freiwilligen mussten nach Deutschland zurückkehren- zum Glück konnte eine Freundin zumindest Teile meiner Sachen mitbringen, in der Erwartung bald zurückzukehren, hatte ich schließlich nichts mitgenommen.

Ein Teil meiner Sachen ist da und mit ihm eine schöne Duftnote Israel, ach ja…

Ja, und so war ganz plötzlich und ohne Abschied mein Auslandsjahr vorbei, und ich von völliger Freiheit, Aufregung, Arbeit und fremder Kultur in die Heimquarantäne mit meiner ganzen Familie katapultiert, der Kontrast hätte kaum größer sein können. Bevor mir die Decke ganz auf den Kopf fallen konnte, habe ich mich noch in einer seeehr spontanen Aktion um einen Studienplatz gekümmert und werde nun Englisch- und Relilehrerin – ihr merkt schon, mein Hebräisch kommt mir noch zugute und ganz nebenbei wäre das die perfekte Kombi, um mal ein Semster an der English University of Jerusalem zu studieren… 🙂

Der Kontakt nach Israel bleibt natürlich, mein Hebräisch lasse ich nicht einrosten, unsere israelische Küche floriert, nicht zuletzt dank des besten Hummusladenbesitzers, der mir sein Rezept verraten hat, und die Bilder für mein Fotoalbum sind auch schon zusammengesucht.
Am Freitag will ich mit meiner Familie traditionell Schabat feiern, darauf freue ich mich sehr.

Klar, dass Hummus in Deutschland nicht mit israelischem mithalten kann…

So, Schluss, aus, Applaus, nach Haus – der Blog ist nun zuende. Es hat mir viel Spaß gemacht, euch von meinen Erlebnissen zu schreiben. Schön, dass ihr meine Einträge gelesen habt, und danke für eure lieben Rückmeldungen.

תודה רבה ולהיתראות!
– Toda raba welehitraot! –
Danke und auf Wiedersehen!

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