Taizé zieht um.

Nach Polen, Wroclaw/Breslau.

Passt eigentlich alles. Haben ne große Halle als Kirche. Kirchen gibt es so wie hier rund um Taizé im Burgund eh zu Genüge…

Immer mit Krippe und sehr schönen Fenstern, wie ich finde.

Die Stadtgeschichte der jüngeren Zeit liegt auch im Zweiten Weltkrieg begründet, da erst da die Stadt Polen zugesprochen wurde und auch erst wieder aufgebaut wurde, aber das muss man sagen, nicht sozialistisch, sondern wieder im alten Stil.

Ja also ganz viele Argumente, um zumindest temporär Taizé vom 24.12. Abends bis so zum 1. Oder 3.1. umzuziehen…

Zum europäischen Jugendtreffen 2019/2020!

So sieht es zumindest aus, wenn man Taizé (Werbung) einlädt.

OK, nachdem jetzt hoffentlich alle den Durchblick verloren haben, kann ich ja nochmal anfangen.

Einmal im Jahr können Jugendliche vor allem aus Europa in einer jedes Jahr wechselnden Stadt treffen. Das findet auch auf anderen Kontinenten als Teil des Pilgrimage of Trust, also der Pilgerweg des Vertrauens, jedoch unregelmäßiger und nicht auf eine bestimmte Zeit festgesetzt, letztes Jahr zum Beispiel in Südafrika, nächstes Jahr in Jerusalem.

Dabei geht es allgemein Hoffnung zu verbreiten oder den kulturellen Austausch zu fördern, in Südafrika zum Beispiel zwischen den Jugendlichen verschiedener Hautfarben.

Persönlich auf Wroclaw bezogen würde ich sagen, bringt es noch viel mehr. Die Wege sind so für bestimmte Länder, diesmal aus Osteuropa sind viel kürzer. Ich habe noch nie eine Woche in Taizé mit so vielen Menschen aus so verschiedenen osteuropäischen Ländern erlebt….

Um euch eine kleine Vorstellung zu geben, dass sind nur die Länder an die ich mich erinner:

Polen, Kroatien, Ukraine, Litauen, Bosnien-Herzegowina, Ungarn, Weißrussland, Georgien….

Eine große Bereicherung, auch wenn ich nur begrenzt und kurz mit ihnen, meistens am Info point, meinen Arbeitsplatz, Kontakt hatte.

Am Ende waren und wollten auch unglaublich viele Bewohner*innen von Wroclaw involviert sein und ich glaube keine kam drum herum die Werbung zu sehen, sie war an jeder Bushaltestelle und in wirklich jeder Tram! Auch die Gebete fanden für etwa 6000 Menschen in der Stadt waren, sodass immer Menschen mit Taizé beutel unterwegs waren. So wird Taizé und dessen Botschaft indirekt auch bekannter.

Naja und sonst fühlt sich das alles wie eine große Klassenfahrt an, die aber für einige deutlich anstrengender als üblich waren, da sie im Gegensatz zu mir in Jobs gearbeitet haben, die länger und härter waren.

Also für die Besucher ist es ähnlich wie in Taizé, aber natürlich angepasst. Frühstück in der Gastfamilie, dann Gebet in der Gemeinde um die Ecke und dort dann eine Kleingruppe über ein bestimmtes Thema, die allerdings deutlich stärker zu den Vorschlägen von Bruder Alois verbunden sind als normalerweise. Finde ich aber sehr gut, da ich die Themen interessant finde, aber auch mich sie deutlich besser verstehen ließ, nachdem ich mich damit in unserer Reflexionswoche auseinandergesetzt habe. (Davon in einem anderen Beitrag mehr). Das Mittagessen wird als Picknick ausgegeben, dann gibt es ein Taizégebet in einer der Gebetsorte und am Nachmittag für eine bestimmte Zeit eine große Auswahl an Workshops, wobei man sich einen aussuchen kann. Dann Abendessen an zwei Essensausgabestellen. Ich musste zum Glück nicht in einer Schlange mit 6000 anderen Menschen in der Kälte stehen, Aaaaaber bestimmt ein Erlebnis! Ich habe es nur bei brütender Hitze in Taizé mitgemacht, obwohl ich behaupten würde, es war beim Meeting sogar effizienter. Und dann Abend Gebet und zurück zur Gastfamilie.

Hier ging es hin, wenn…

Die Hala Stulecia bereits mit 6000 Leute gefüllt war. Keine Sorge, die hat noch Ränge und nein, kein kommunistischer Bau.
Mein Fastarbeitsort, ich war in einem Zwischengebäude.

Also schon ziemlich ähnlich oder für alle, die es kennen, ein Kirchentag mit mehr Struktur und deutlich kleiner.

Naja und wir, die Permanents und die Brüder waren die Helfer. Unterstützt von noch mal 1000 anderen aus aller Welt.

Wir hatten also eigentlich einen ganz angenehmen bustrip mit zwei Bussen, wobei sich die Mädelshauser einen Doppeldeckerbus geteilt haben.

Ich habe in Wroclaw dann sehr speziell gewohnt, also wie alle Mädchen bei einer Schwesterngemeinschaft, aber ich war nur mit einer anderen dort. Dafür aber ein echt luxuriöses Zimmer, super umsorgt, nur ein bisschen außerhalb. So war aber das Zeitlimit am Abend sagen wir mal flexibler. Die eine oder andere Nacht konnte man wenn man zur richtigen Bar ist, dann vielleicht ein paar Permanents dort sehen oder aber auch über den Weihnachtsmarkt schlendernd und Baumstriezel (falls das so heißt) essend oder im Rentierkarussell mit echt gutem Ausblick! Aber echt, ich hatte glaub zu viel Weihnachtsmarkt, ich kann noch nicht ganz nachvollziehen, warum da manche täglich sind….. Die letzte und für mich eine der schönsten Erinnerungen ist jedoch tanzende Permanents mit zwei Sloweniern, die mit uns schon auf einem Ausflug zum Aussichtskirchturm waren…

Ansonsten war ich auf Stadtrundgang, wovon ich die ersten Zeilen gelernt habe, an die ihr euch bestimmt noch dran erinnert. 😉

Die Zwerge als Wahrzeichen, es gibt hunderte, als Erinnerung an menschliche Zwerge, die so für Sonne für die Zwerge gekämpft haben – für einen Wandel im Kommunismus

Oder habe nach Ende des Meetings Malerband vom Hallenboden entfernt. Ich kann das nur als Geduldtherapie empfehlen. Klebt Malerband auf dem Boden lasst mal mehrere Tausend Leute drüber laufen (oder halt sonst das Äquivalente an Zeit kleben lassen) und dann versucht mal das zu entfernen.

Natürlich mehrere Meter also am besten so 100 👍

Nach einem gesangvollen Auf Wiedersehenessen bei den Schwestern haben wir die gleiche Irgendwie Rotebeetesuppe und Teigtaschen gleich nochmal am nächsten Tag in Krakau gegessen. Dort hat die Reisegruppe Taizé ein ganzes Restaurant gekapert mit anderen Köstlichkeiten, wie Schmalzbrot, Geheimnis und Kuchen abgerundet wurde. Wir waren in Krakau, weil wir eingeladen wurden, Auschwitz zu besuchen.

Nach einer über 19-stündigen Fahrt waren wir dann am 3.1. zurück.

Erkenntnisse:

  • Irgendwann ist dann auch mal genug mit Busfahren
  • Es war gut, dass aus unserem übriggebliebenen Toastbrot eine Süßspeise geworden ist.
  • ich habe mich sehr wohl gefühlt
  • Wroclaw hat nen besseres Silvesterprogramm auf der Bühne als Berlin
  • Papst Johannes der Zweite war viel am Umbruch in Polen beteiligt
    • ihn zu sehen wurde versucht zu verhindern, doch die Menschen merkten,dass sie sich selbst organisieren können
  • und der Pfarrer von Auschwitz erklärte mir, warum Polen unter anderem konservativer sind. Z.B. Kirche war da, als sie nicht polnisch sein durften oder tief mit ihren Werten verbunden sind. und und und….

So genug Wissen. Informiert euch doch einfach mal wieder. Hat mir echt viel Kulturverständnis gebracht.

Tschüssikowski.

Ein spontanes, überraschendes, glückliches neues Jahr 2020!!

Rebekka

2 Gedanken zu “Taizé zieht um.

  1. Hi Rebekka,
    Wie geht es dir? Bist du noch in Faize oder seid ihr nach Hause gefahren? Ganz liebe Grüße und eine dicke virtuelle Umarmung in dieser Zeit des sicial distancing von Isa und Wiebke aus der letzten Erwachsenenwoche in Zelt F

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    1. Hallo. Das ist ja richtig schön, von euch zu hören. Nein ich bin nicht mehr da, wir mussten nach Hause. Deshalb bin ich gerade am Ende meiner freiwilligen Quarantäne. Wie sieht es bei euch so aus? Ihr unterrichtet doch in der Grundschule. Wie läuft das jetzt? Da hat ja noch nicht jede*r ein eigenes handy🤔

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