Ein Berg wie ein Schweizer Käse

Meine beiden Projekte haben Ferien und so nutze ich die Zeit seit Neujahr zum Reisen durchs Land. Am 2. Januar ging es abends los nach Potosí. Unser hauptsächliches Transportmittel ist der Bus. Man muss aufpassen, auf welche der vielen Anbieter man sich einlässt. Es würden definitiv nicht alle den TÜV bestehen, doch durch Empfehlungen und eigene Erfahrungen haben wir inzwischen einen besseren Riecher bei der Wahl. Die Fahrten dauern meistens zwischen 6 und 10 Stunden, sodass es am praktischsten ist, über Nacht zu reisen.

Potosí liegt im Westen von Bolivien und besonders ist die extrem hohe Lage der Stadt: 4070 m über dem Meeresspiegel. Die Stadt ist das Zentrum des Bergwerks in Bolivien schlechthin. Hier werden seid Jahrhunderten Stoffe wie Silber oder Zink abgebaut. Es ist erschreckend, wie bis heute Kinder in der Mine arbeiten und die Lebenserwartung bei Männern in Potosí laut Reiseführer bei 39 Jahren liegt! El Cerro Rico, der Berg von Potosí, sieht angeblich aus wie ein Schweizer Käse und niemand hat mehr den Überblick über die unterirdischen Gänge im Berg. Einige von uns trauen sich trotzdem in den Berg und führen kurzerhand selber eine Sprengung mit Dynamit durch! Mit Magda bummele ich durch die Innenstadt und besichtige die ein oder andere Kirche. Viele sind im Mestizo-Barock-Stil gebaut, wobei es immer wieder zur Mischung von christlichem und indigenem Weltbild kommt. Zum Beispiel sind Kirchenportale mit indigenen Göttern geschmückt oder Jesus wird auf Gemälden kurzerhand von den Spanien anstatt von den Römern festgenommen. Noch am selben Abend sitzen wir jedoch schon wieder im Bus auf dem Weg nach Uyuni, von wo aus wir den Salar de Uyuni besichtigen. Doch dieser Erfahrung widme ich doch glatt einen eigenen Beitrag…

Bevor es weiter nach Sucre zum Zwischenseminar des Freiwilligendienstes geht, verbringe ich einige Tage in Cochabamba. Verbringen trifft es gut, denn leider bin ich krank und kann vor allem das ruhige Hotel im Grünen empfehlen 🙂 Mein Highlight dort ist es, als ich in einem Strauch im Garten einen klitzekleinen Kolibri sehe, der meiner Meinung nach aussieht wie eine Libelle mit Vogelkopf.

Der Christo von Cochabamba

Nun bin ich in der Nähe von Sucre, der Hauptstadt von Bolivien. Hier findet ein einwöchiges Seminar mit anderen deutschen Freiwilligen des Bolivianischen Kinderhilfswerks statt. Ich freue mich außerdem schon wieder sehr auf Tarija und die Arbeit in den Projekten.

Feliz año nuevo noch mal an alle in aller Welt.

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