Weihnachten unter Palmen

Genauer gesagt unter einer Palme. Diese ersetzte an Weihnachten unseren Weihnachtsbaum, da Weihnachtsbäume hier, außer aus Plastik, eher selten sind.

Also, wie haben wir hier Weihnachten gefeiert? Eigentlich wird in Bolivien Weihnachten erst am 25. Dezember groß gefeiert. Wir haben uns aber dazu entschlossen, schon am 24. abends zu feiern. Tagsüber haben wir schon begonnen, zu kochen und noch die letzten Weihnachtsgeschenke zu kaufen, da wir uns in unserem Haus auch gegenseitig beschenkt haben.

Abends ging es dann um 7 in die Kirche, die nach bolivianischer Zeitrechnung natürlich erst um halb 8 begann. Das passte sich jedoch sehr gut, weil wir auch ein bisschen zu spät waren. Der Gottesdienst war eigentlich ein ganz normaler katholischer Gottesdienst, wie man ihn aus Deutschland kennt, nur halt auf Spanisch. Auch die Lieder waren ähnlich wie zum Beispiel „Little Drummer Boy“ oder wie zu meiner großen Freude auch „Gloria in exelcis deo“. Auch ein Krippenspiel gab es. Das war aber kein Schauspiel sondern ein Puppenspiel, was von den Jugendlichen der Gemeinde vorgespielt wurde. Anschließend hat die ganze Gemeinde „Happy Birthday“ für Jesus gesungen, was einerseits irgendwie seltsam war, andererseits aber auch gar keine so schlechte Überlegung.

Nach der Kirche haben wir unser Weihnachtsessen noch fertig gekocht und gemütlich beisammen gegessen. Um 12 Uhr gab es dann überall in der ganzen Stadt große Feuerwerke. Wir haben mit 12 Leuten gefeiert. Das waren wir Freiwilligen aus Tarija, noch 2 andere Freiwillige aus anderen Städten, Edward und sein Kumpel. Um 12 haben wir uns dann richtig frohe Weihnachten gewünscht und zusammen sowohl deutsche als auch typisch spanische Weihnachtslieder gesungen. Danach gab es unsere Bescherung, bei der jeder seine kleinen Geschenke verteilt hat. Wir saßen anschließend noch nett zusammen und haben gesungen, Musik gehört und getanzt und somit unseren Heiligabend ausklingen lassen.

Die Tage zwischen Weignachten und Silvester verbringen die Chapacos (so nennen sich die Leute aus Tarija selber) eigentlich jeden Tag mit einer Party. Es gibt hier ein großes Sommerfestival, bei dem es eine Woche jeden Tag eine andere Party gibt. Auch wir waren auf zwei davon. Erst waren wir bei einer Holi-Party, wo alle mit vielen bunten Farben geworfen haben. An einem anderen Tag waren wir noch bei einer Party mit dem Motto Zirkus.

Tagsüber haben wir Die Zeit genutzt, um Ausflüge zu machen. So haben wir mehrere Ausflüge zu verschiedenen Wasserfällen und in die Natur um Tarija gemacht, die wunderschön ist.Auch Silvester haben wir gemeinsam gefeiert. Wir haben gemeinsam gegessen, Cocktails gemacht und dann um 12 Uhr das Feuerwerk angeschaut. Es war ein sehr schöner, entspannter Abend.

Bei den Wasserfällen in Coimata kann man sogar baden gehen, sie sind ein beliebtes Badeziel für viele Tarijener

Diese gesamte Zeit, war sehr aufregend, da es das erste Jahr Adventszeit, Weihnachten und Silvester ohne Familie war. Eine sehr interessante aber auch intensive Erfahrung.

In 1 Stunde werden wir uns dann heute zum Busbahnhof von Tarija begeben, da wir heute nach Potosí aufbrechen. Wir werden die nächsten 1,5 Wochen ein bisschen reisen. Zunächst geht es nach Potosí, einer Bergmannsstadt auf mehr als 4000m. Von dort aus weiter in die Salar de Uyuni, einer großen Salzwüste und dann weiter nach Cochabamba, wo wir ein bisschen wandern gehen wollen. Danach geht es am 12. Januar nach Sucre, wo wir hier in Bolivien unser Zwischenseminar vom BKHW haben. Es wird also auch in den nächsten 3 Wochen sehr aufregend. Natürlich werde ich danach von meinen Erfahrungen und Eindrücken berichten. Aber bis dahin erst mal:

¡Feliz año nuevo y hasta luego!