Einmal Nase zuhalten bitte!

Ich habe ja bereits in anderen Blogeinträgen von unseren Wasserproblemen in unserem Wohnungskomplex erzählt. Nun war es letzte Woche so, dass wir soweit ich mich erinnern konnte das erste mal fünf Tage am Stück fließend Wasser hatten. Irgendwie hatte ich mich dann doch recht schnell daran gewöhnt, ohne richtige Dusche auszukommen oder für die Spülung der Toilette vorher Wasser mit einem Eimer nachzufüllen. So selbstverständlich ist eine funktionierende Dusche oder Toilette für mich nun längst nicht mehr, und so genieße ich es umso mehr, wenn das Wasser mal funktioniert. 🙂

Ich könnte nun zwei Vorfälle letzter Woche schön umschreiben und einfach sagen, dass wir zwischenzeitlich wirklich viel „Wasser“ in der Wohnung hatten. Leider war es aber kein normales Wasser. Denn die Flüssigkeit kam jeweils mitten in der Nacht aus der Toilette und es handelte sich um das Zeug, was eigentlich mit der Leitung im Boden abtransportiert werden soll. Und so hat es auch gerochen. Zuerst dachte ich, dass wir vielleicht einfach den Wasserhahn aufgedreht gelassen haben und jetzt plötzlich ein wenig Wasser kommt, aber als dann so ein komischer Geruch meine Nase erreichte, habe ich dann doch schnell einen Blick in das Bad gewagt. Und dort fand ich dann eine mit brauner Flüssigkeit gefüllte Toilette vor, aus der konstant diese Brühe auf den Boden floss und schon fast die Badezimmertür erreicht hatte (mein Bett steht direkt neben dieser Tür).

Eine meiner Erkenntnisse letzter Woche ist, dass Löcher in der Wand auch einen Vorteil darstellen können. Denn so konnte ich langsam aber sicher das „Wasser“ mit einem Wischer aus diesem Loch nach draußen schieben und somit verhindern, dass mein Bett am nächsten Morgen als Insel dienen musste. Einer unserer Nachbarn hatte leider nicht dieses Glück und so lief das Wasser aus der Haustüre raus und hätte rein räumlich betrachtet einmal mein Zimmer durchquert. 

Wegen dieser Geschichte, denn das Ganze kann auch echt gesundheitsgefährend sein und dem Fakt, dass unsere Badezimmertür nur noch am seidenen Faden in der Tür gehalten wird (dementsprechend sehr leicht herausbrechen kann) und seit zwei Wochen nicht repariert wurde, ist das Verhältnis zu unserer Vermieterin, sagen wir mal, ausbaufähig.

Und so kam mir eine weitere Erkenntnis in der letzten Woche. Das erste mal war ich wirklich nicht gut gestimmt einer Person gegebenüber, in diesem Fall unserer Vermieterin. Sie hatte Ndamonas Schwester, die im September hier zu Besuch war, die Schuld gegeben, dass nun alle Toiletten in den Wohnungen überlaufen (ich verstehe den Sinn dahinter auch nicht.) Gekümmert hat sie sich leider erstmal um Nichts und die Verantwortung von sich abgewiesen. In dieser Situation habe ich das erste mal richtig deutlich gemerkt, wie unterschiedlich der zwischenmenschliche Umgang in solchen Momenten sein kann. Ich muss sagen, ich hätte ihr wirklich sehr gerne meine Ansicht bezüglich der Situation geschildert. Aber hier kann man oft einfach nicht mit Älteren diskutieren und das Effektivste was man tun kann, um einer Person seinen Unmut zu zeigen, ist dieser einfach keine Aufmerksamkeit mehr zu schenken. Und daran, dass man hier oft noch mehr ohne Worte sagen kann als mit, muss ich mich noch etwas gewöhnen.

Am Wochenende wurde dann das Wasser als Konsequenz wieder ganz abgestellt, damit die Toilette nicht mehr überlaufen kann. Denn der versprochene Klempner hatte dann scheinbar doch keine Zeit zu kommen. 

Das Resultat ist nun, dass wir wohl bald umziehen werden. Wir bleiben in Ondobe, ziehen aber in eine neue Wohnung, die Ndamona schon vor einigen Monaten reserviert hat und nun bald fertig gebaut sein wird. Ich muss sagen, ich freu mich drauf, auch wenn ich mich eigentlich hier in dieser Wohnung echt wohl fühle. 

Neben diesen Ereignissen ging der Alltag im Kindergarten weiter. Die Exams wurden vorbereitet, noch einmal die farm animals, wild animals, numbers, das alphabet und die shapes wiederholt. Und auch hatten wir letzte Woche ein Geburtstagskind.

Der Kuchen hat geschmeckt.
Eines unserer „Babys“ bei uns im Kindergarten

Am Donnerstag Nachmittag bin ich mit Ndamona auf die Helao Nafidi Business Expo gefahren, was so etwas ähnliches ist wie eine Gewerbeausstellung. Da es mitten in der Woche war, waren nicht viele Besucher dort und der Großteil der Standbesitzer hatte gerade einen Mittagsschlaf eingelegt. Aber unter anderem war eine Frau am Stand eines Optikergeschäftes wach und da hat Ndamona mal aus Interesse eine Untersuchung gemacht. So auf den ersten Blick sah das Gerät auch wirklich seriös aus, wie ich es von meinem Augenarzt aus Deutschland gewohnt war. Und zudem waren die Werte von Ndamona auch eigentlich sehr realistisch. Also habe ich die Frau auch meine Augen untersuchen lassen. Nur lustigerweise stellte sich laut ihr heraus, dass ich Weitsichtig sei. Da ich nun aber leider Kurzsichtig bin, ist eine neue Erkenntnis: Lieber keinem Augenarzt blind vertrauen.

An einem anderen Stand haben wir uns dann noch erklären lassen, wie das hier mit dem Wählen funktioniert. Ende November sind hier nämlich die Presidentschaftswahlen. Beim Wählen werden keine Zettel verwendet, sondern es wird mit Hilfe einer Maschine gewählt, die irgendwie so aussieht als hätte ich sie auch auf dem Dachboden meiner Oma und Opa finden können.

Das Wochenende haben Moritz und ich dann mit anderen Freiwilligen hier aus der Region verbracht. Von Freitag bis Samstag waren wir bei zwei Freiwilligen aus Eenhana, die dort zusammen in einer Schule Sport unterrichten. Und am Samstag sind wir dann zusammen nach Ongwediva gefahren, wo vier weitere Freiwillige wohnen. Nachdem wir mittags Schnitzel essen gegangen sind, haben wir am Nachmittag Moritz bei einem Basketballspiel zugeschaut, was praktischerweise auf dem Universitätsgelände der Stadt war. Am Sonntag sind wieder dann wieder zurückgefahren. Und für die Taxifahrt habe ich nur 105N$ (6,50€) bezahlt, was für eine Distanz von 65 km wirklich sehr günstig ist. Wieder zu Hause angekommen, war der Strom erstmal wieder weg. Aber zum Glück hat sich das im Verlaufe des Abends nach unregelmäßigem Wechsel zwischen kühler Luft vom Ventilator und der Nutzung eines Handfächers wieder eingependelt und nun scheint die Elektrizität wieder zu funktionieren.

Diese Woche stehen nun die Exams an, von denen wir Kunst und Englisch schon geschafft haben. Und am Freitag, unserem letzten Tag im Kindergarten vor den Ferien, haben wir unsere Weihnachtsfeier geplant, für die nun sogar auch eine Hüpfburg bestellt ist und kleine Geschenke für die Kids sind auch schon gekauft. 🙂

Diese 2kg Tüte Cheese Balls hatte ein Taxifahrer der Kids vorbeigebracht. Er wird nun von den Kindern noch freudiger begrüßt als vorher schon.

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