Visum in Windhoek – Hochzeit im Norden

Diese Woche haben wir nun endlich unser Visum bekommen, haben neue Leute kennengelernt, schon bekannte Gesichter wiedergesehen und waren zum ersten Mal im traditionellen Outfit auf einer Hochzeit. 

Von Montag bis Donnerstag wurde regelmäßig dem Ministry of Home Affairs and Immigration ein Besuch abgestattet. Zuerst hieß es wir würden unser Visum schon Montag bekommen, dann war es vielleicht Dienstag, dann Mittwoch und letztendlich hat Moritz es dann am Donnerstag Morgen und ich am Nachmittag zwei Stunden vor Abfahrt in den Norden ausgestellt bekommen. Es ist schon interessant mal selbst mitzuerleben, wie viel Papierkram, Zeit, Geduld und auch auch Geld hinter so einem Aufkleber im Reisepass steckt.

So sieht dann das Visum aus, wenn es fertig ist.

Da wir nun unser Visum haben und es nicht wie die letzten zwei Freiwilligen erst im Dezember bekommen haben, konnten wir in Windhoek das Wlan und die Zeit nutzen um unsere Ferien im Dezember etwas genauer zu planen. Denn in diesen knapp sechs Wochen geht es für uns beide nach Südafrika. Da der Dezember mit der wärmste Monat hier im Norden Namibias ist und es zur Zeit schon um die 40 Grad sind, bin ich doch ganz froh etwas kühlere Luft in dieser Zeit um mich zu haben;) Zuerst geht es nach Kapstadt, dann nach Port Elizabeth, wo wir Weihnachten (vielleicht ja am Strand) verbringen werden. Danach machen wir mit drei anderen Freiwilligen aus Port Elizabeth einen Road Trip entlang der Garden Route zurück nach Kapstadt, wo wir Silvester feiern werden. Und da wir selbst kein Auto fahren dürfen, werden wir unser Bestes geben den anderen Drei gute Beifahrer zu sein;) Anfang Januar geht es dann zurück zu unseren Einsatzstellen, da die Ferien am 15. Januar zu Ende sind. 

Lange bleiben wir jedoch nicht vor Ort, da wir schon in der dritten Januarwoche mit dem Zug durch Sambia nach Tansania reisen, wo wir mit den anderen Freiwilligen aus der Stiftung unser Zwischenseminar haben. Die Reiserucksäcke werden also ab Dezember erstmal nicht mehr weggepackt. 

Nun aber erstmal zurück zu unserer Woche in Windhoek. An Dienstagabend haben wir uns mit anderen Freiwilligen aus Deutschland getroffen, die in Windhoek arbeiten und wohnen, aber mit einer anderen Organisation hier sind. Am Mittwoch ging es für Moritz und mich wieder zur Chorprobe des Tungila Kemanya Jesus Choir, denn wir sind ja jetzt richtige Mitglieder. Es war wirklich nett die Anderen wiederzusehen und es macht immer wieder Spaß zu versuchen bei den Liedern mitzusingen. Das waren in diesem Fall schon Weihnachtslieder und vielleicht singen wir am 1.12. auch wieder in der Kirche in Windhoek mit. Mit einer Dame aus dem Chor mit den Gucci Sneakern, die früher auch schonmal in Deutschland gelebt hat, waren wir die Woche auch nochmal zusammen Essen. Und mit ihr ist es wirklich immer sehr unterhaltsam. Auch hatten wir uns nochmal mit Nomsa zum Pizza essen verabredet.

Allgemein war es echt schön wieder in Windheok gewesen zu sein, weil wir uns dort jetzt schon ganz gut auskennen, neue Leute getroffen und bekannte Leute wiedergesehen haben (und ich eine Dusche hatte). Im letzten Blogeintrag hatte ich nämlich ganz vergessen zu erzählen, dass unser Wasser immer noch nicht so ganz zurück ist. Und seit dem ersten Oktoberwochenende ist das nun schon eine recht lange Zeit. Es ist immer wieder ein Überraschung, ob nun Wasser aus der Leitung kommt oder wir mal wieder Wasser zum Baden holen müssen. Aber insgesamt lässt es sich erstaunlich gut ohne fließendes Wasser leben, was ich mir vorher gar nicht so richtig vorstellen konnte.

Neben diesen vielen deutschen Weihnachtssüßigkeiten findet man in Supermärkten in Windheok auch Knödel, Vollkornbrot in verschiedenen Sorten und vieles mehr.

Am Donnerstag Abend haben wir dann wieder den Intercape Bus zurück nach Ondangwa genommen, wo uns der Schulleiter von Moritz netterweise mitten in der Nacht um 3:30 Uhr abgeholt hat. Am Morgen hat er uns dann nach Ondobe zu der Wohnung von Ndamona und mir gebracht, wo wir uns dann noch etwas ausgeruht haben, bevor es am Nachmittag auf die Hochzeit ging.

Am Kindergarten hatte ich den Wohnungsschlüssel abgeholt und wurde freudig von den Kids begrüßt

Geheiratet hat eine Kollegin von Moritz. Dementsprechend sind wir zusammen mit den anderen Kollegen und einer Amerikanerin, die für zwei Jahre hier lebt und unter anderem zweimal die Woche in der Schule für den Girl’s Club arbeitet, zur Hochzeit gegangen.

Noch bevor das Brautpaar kam, haben die Lehrer ein „Stückchen Fleisch“ auf den Grill getan, was dann auch noch gegessen wurde bevor es zum Buffet der Hochzeit ging. Insgesamt war die Hochzeit echt richtig schön!

Und auch wenn es in Windhoek wirklich schön war, habe ich mich auch echt wieder gefreut in den Norden zu fahren. Denn obwohl ich nun erst seit einem Monat hier wohne, fühlt es sich doch schon ein bisschen an wie nach Hause kommen.