¡Bienvenido a Tarija!

Nach einem Monat in La Paz sind wir nun endlich in Tarija. Gestern vor einer Woche sind wir nach ungefähr 15 Stunden Fahrt mit unserem Bus hier am Busterminal angekommen. Dort wurden wir von Edward abgeholt, der zusammen mit uns in unserem Haus wohnt. Insgesamt wohnen wir hier mit 7 Leuten. Außer uns dreien und Edward wohnen hier noch 3 weitere Freiwillige aus Deutschland, die ihr Jahr hier über das BKHW (bolivianisches Kinderhilfswerk) verbringen. In unserem Haus, dem ehemaligen Hotel San Javier, haben wir sehr viel Platz, den wir jetzt versuchen, langsam mit Leben zu füllen.

Unser Haus von vorne
In unserem Innenhof haben wir einen coolen Springbrunnen

Wir wohnen etwas außerhalb von Tarija, im Barrio San Luis. Barrio ist das spanische Wort für Stadtteil. Wenn wir in die Stadt wollen, nehmen wir immer einen Micro. Das sind etwas größere Busse, die immer eine bestimmte Route fahren, aber keine bestimmten Haltestellen haben. Es ist also ein bisschen wie in La Paz. In unserem Fall führt immer die S in das Zentrum. Alternativ können wir auch eins der vielen kleinen Trufis nehmen. Das sind kleine Taxis, die ebenfalls eine bestimmte Route fahren. Die kosten mit 2 Bs zwar doppelt so viel, wie ein Micro, sind aber auch schneller.

Nachdem wir am Samstag angekommen sind, haben wir nachmittags gleich Pastor Simón kennengelernt. Er leitet unser Projekt, welches im Barrio Independencia liegt. Mit Micro und Trufi brauchen wir circa 35 Minuten von unserem Haus dahin. Am Sonntag waren wir dann früh morgens schon auf dem Markt. Auf dem Weg dahin hat uns Edward die wichtigsten Orte in Tarija gezeigt. Am Montag haben wir dann auch schon angefangen zu arbeiten.

Unser erster Arbeitsweg ist immer sehr abenteuerlich. In der gesamten Stadt und besonders in dem Barrio findet man nämlich viele Straßenhunde, die oft sehr aggressiv und gefährlich sind. Uns haben bereits welche angegriffen, weswegen wir auf unserem Weg zur Arbeit immer sehr vorsichtig sind. Zur Not wurde uns der Tipp gegeben, uns mit Steinen zu bewaffnen. Auch während der Arbeit müssen wir immer ein bisschen aufpassen, dass die Hunde nicht in den Raum kommen.

Vor unserer Tür sitzen, wie immer ein paar Hunde – neben unserem Schulgebäude hängt, wie in vielen Straßen, eine Puppe an der Laterne, die für die Selbstjustiz in dem Viertel steht – rechts ist der Spielplatz zu sehen
Unser Schulgebäude von außen…
…und von innen

In der ersten Woche haben wir zunächst nur nachmittags gearbeitet. Jeden Tag sind wir von 14 bis 17 Uhr dort und betreuen die Kinder aus dem Barrio. Zunächst helfen wir ihnen bei ihren Hausaufgaben. Dann bekommen sie immer eine Aufgabe von Pastor Simón, die immer etwas mit der Bibel zu tun hat. So haben wir an einem Tag alle ein Bild der Arche Noah gemalt. Dabei sind die Kinder nach Alter in drei verschiedene Gruppen aufgeteilt, von denen jede von uns drei Freiwilligen eine betreut. ich betreue im Moment die Mittleren, also die Kinder zwischen 8 und 11 Jahren. Nach den Aufgaben bleibt für uns alle immer noch viel Zeit, um zu spielen. Am liebsten wird natürlich Fußball auf dem Bolzplatz nebenan gespielt. Wir haben auf jeden Fall genug Verantwortung, da uns Pastor Simón am zweiten Tag gleich mit der Gruppe alleine gelassen hat, um für 3 Tage zu einem Seminar zu fahren. Das war eine Herausforderung, die wir aber mit unserem Spanisch und viel Geduld der Kinder sehr gut gemeistert haben.

Jeden Sonntag findet in dem gleichen Raum ein Gottesdienst für die Kinder statt, an dem wir heute auch das erste Mal teilgenommen haben. Wir durften auch gleich selber mitwirken, indem wir die Lesungen übernommen haben. Das war mit unserer semiperfekten Aussprache zwar noch sehr holperig, aber trotzdem ganz cool. Es waren heute zwar neben uns nur noch 3 weitere Kinder da, aber das hat Pastor Simón nicht gestört. Und er hat auch für 6 Personen seinen Gottesdienst inklusive Abendmahl gehalten. Wie es bei vielen Dingen hier der Fall ist, wird auch der Gottesdienst mit denen Dingen gehalten, die vorhanden sind. So wird also ein Schreibtisch zum Altar umfunktioniert, die Blumen stehen in einer halben Cola-Flasche und das Brot für das Abendmahl wird mit zwei Streifen Toilettenpapier abgedeckt. Es ist erstaunlich, aber auch mit solch einfachen Dingen kann man einen festlichen Altar gestalten.

Da die Zeit, die wir jeden Sonntag im Gottesdienst verbringen zu unserer Arbeitszeit zählt, haben wir jeden Montag am Vormittag immer frei und können ausschlafen 😉 Ab Dienstag fangen wir also erst an, auch Vormittags zu arbeiten. Wir sind schon sehr gespannt darauf, da wir noch nicht genau wissen, was unsere Aufgaben vormittags sind. Ich werde auf jeden Fall davon berichten.

Ansonsten verbringen wir unsere freie Zeit hier in Tarija damit, die Stadt zu erkunden. Es gibt hier ein paar Parks und Cafés, in denen man schön sitzen kann. Bei Außentemperaturen von um die 30°C ist das sehr angenehm. Wir wollen uns auf jeden Fall auch nach Freizeitbeschäftigungen oder Sportaktivitäten umsehen. Und da uns das so oft ans Herz gelegt wurde, müssen wir natürlich auch den besonderen Wein aus Tarija probieren. Es wird uns hier also in jedem Fall nicht langweilig.

¡Hasta luego!

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