Fridays for Future in Tel Aviv

Earth Strike. 27. September. Fridays for Future Demonstration in Tel Aviv.

What do we want? Climate Justice. When do we want it? Now.

You will die of old age. We will die from Climate Change.

We are unstoppable. Another world is possible.

Schnappschuss einiger brüllender Demonstranten. Zu beachten ist das Kostüm rechts im Bild

Als ich in Israel angekommen bin, war ich sehr geschockt, wie wenig Bewusstsein für den Klimawandel vorhanden ist. Der ganze Abfall wird ungetrennt in den gleichen Mülleimer geworfen. Recycelt wird nur in Großstädten. In meiner Arbeitsstelle habe ich beim Essen oft beobachtet, wie sich Unmengen an Essen auf den Teller gehäuft, davon nur einiges gegessen und anschließend der Großteil gnadenlos weggeworfen wird. Zu jeder Mahlzeit gibt es Fleisch. Unmengen an Plastik, Papier und Aluminium werden verbraucht. Ich kam hier an, mit meinem Bewusstsein für den Klimawandel und meinen Bemühungen, die ich zuhause ausleben konnte, und fand das hier so gut wie nirgendwo wieder. Ernüchternd. War der Klimawandel hier kein Thema? Oh doch! In meiner Gastfamilie habe ich Menschen kennengelernt, denen der Klimawandel nicht egal ist. Sie leben vegan, sparen an Plastikmüll und gehen auf Demonstrationen für die Umwelt. Als mir dann meine Gastmutter auch noch zeigt, dass sie in ihrer Handtasche immer einen Becher, Strohhalm und Besteck aus Metall mit trägt um Einfachplastikgeschirr zu vermeiden, war sie mir gleich noch sympathischer. Es gibt hier, wie in Deutschland und der ganzen Welt auch, Menschen, die sich um das Klima sorgen und welche, die dies nicht tun. Gestern erzählte mir meine Gastmutter, dass es in Israel auch fridays for future gibt und dass sie alle morgen auf eine FFF- Demo in Tel Aviv gehen. Da habe ich gar nicht lange gefackelt, natürlich kam ich mit. Also habe ich mir abends noch schnell ein Plakat gemalt. Heute Morgen sind wir dann mit einem prall gefüllten Reisebus voller junger Leute aus Kiriat Tivon nach Tel Aviv zur Demo aufgebrochen. Wie auch bei uns zuhause hatten viele selbst gemalte Plakate und Krachmach-Instrumente dabei. Am Ausgangspunkt der Demo angekommen mussten wir erstmal warten. Dabei haben alle gegenseitig ihre Plakate bestaunt und sie den vorbeikommenden Passanten und Autos unter die Nase gehalten. Einige der Passanten hatten noch nichts vom Klimawandel gehört und wunderten sich was für einen Aufstand wir hier machten – fotografiert haben sie dennoch fleißig. Eine besondere Attraktion waren wir auch, denn in Tel Aviv fand die einzige FFF- Demo in ganz Israel statt. Mit Reisebussen kamen die Demonstranten aus dem ganzen Land. Als sich die Demo dann in Gang setzte – es waren wohl 2000 Teilnehmer- stimmten sie die Protestgesänge leider nur auf hebräisch, und nicht wie im Bus auf Englisch geübt , an. Anders als in Braunschweig sind wir leider nicht auf der Straße gelaufen, aber allein beim Überqueren der Straße, die dafür kurz von der Polizei gesperrt wurde, gab es wilde Hupproteste von den wartenden Autofahrern. Unter den Protestteilnehmern befinden sich viele Schüler, aber auch einige Erwachsene mit ihren Kindern, sowie alte Menschen. Eine Trommelgruppe gab den Takt an, rot gekleidete Tänzer drückten sich tänzerisch aus und ein in Plastik gekleideter Mann mit Pflanzen auf dem Kopf ließ sich in seinem Kostüm bewundern. Auf dem Versammlungsplatz angekommen folgte eine Minute, in der sich alle Demonstranten auf den Boden legten, um darzustellen, dass die Veränderung innerhalb der nächsten 10 Jahre stattfinden muss. Anschließend folgt eine weitere besondere Aktion und zwar eine Tanzchoreo – eigentlich als Flash Mob geplant- die aber nur 20 motivierte Leute gelernt und im Kreise der übrigen Demonstranten aufgeführt haben. Insgesamt ging die Demo von 10 bis 13 Uhr, was für mich durch die Hitze, die vielen Menschen und die Lautstärke doch ziemlich anstrengend war. Doch es hat mir richtig Hoffnung gegeben, neben der Gleichgültigkeit, die ich im Alltag erfahren habe, auch die gegenteilige Erfahrung zu machen und an einer Demo mit Menschen teilzunehmen, die sich sorgen. Das ist richtig toll. Zudem habe ich mich ein bisschen zuhause gefühlt, weil ich ja die FFF- Demos von zuhause auch schon kenne. Als ich danach den Stiftungsleuten freudig mitgeteilt habe, dass es in Israel FFF gibt, da stellte sich heraus, dass in Bolivien und Namibia auch Demos stattfinden. Weltweit. Das gibt Hoffnung.

In diesem hoffnungsvollen Sinne „Auf Wiedersehen!“.

Ein Gedanke zu “Fridays for Future in Tel Aviv

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