Ereignisreiche tansanische Wochen

Knapp zwei Wochen sind jetzt vergangen, seit ich Deutschland vorerst den Rücken zugekehrt habe und es ist so einiges passiert. Von drei Hochzeiten, einer traditionellen Einkleidung, einem Besuch in meiner zukünftigen Arbeitsstelle über einem Besuch bei einem Massaidorf und dem „normalen Alltag“ war eigentlich alles dabei.

Sprachkurs und Besuch in Faraja

Naja ich fange mal ganz vorne an. Der angekündigte Sprachkurs hat bisher täglich von 9-12 Uhr ungefähr statt gefunden. Neben unzähligen Vokabeln, simpler Grammatik konnten wir Emmanuel, unserem Sprachlehrer, alle möglichen Fragen stellen, ob Kultur, Denken oder auch einfach mal wo die nächste Toilette ist. So langsam merken wir auch tatsächlich Fortschritte, sodass wir bei längerem überlegen auch akzeptable Sätze bilden können. Eine erster kleiner Erfolg:)

So sah der Sprachkurs dann in etwa immer aus

Inzwischen ist der Sprachkurs aber eher zu einem „UnswirdderNordenTansaniasgezeig-Kurs“ geworden. Teil dieses Kurses sollte dann auch ein Besuch der Arbeitsstellen von uns Dreien werden, sodass wir bereits vor circa einer Woche meiner zukünftigen Arbeitsstelle Faraja einen Besuch abgestattet haben. Von Moshi aus ging es mit dem Dalladalla über Boma nach Sanya Juu. Dalladallas sind ein Phänomen für sich. Sie ersetzen im Grunde genommen den kompletten ÖPNV und das ohne Fahrpläne, feste Haltestellen und quasi ohne Regeln. Die Dallas sind Kleinbusse, welche dann noch weiter umgebaut worden sind, sodass aus einem einfachen Kleinbus, ein Transportmittel für bis zu 30 Personen wird. Sind alle richtigen Sitzplätze (ca.20) belegt wird gestopft. In jede Reihe passt noch mindestens eine weitere Person, hinter dem Fahrer wird eine kleine Bank genutzt und der Rest muss dann halt gebückt stehen. In den größeren Orten gibt es dann Umschlagspunkte an denen Dalladallas aus allen möglichen Richtungen halt machen. Anzumerken hierbei ist, dass erst losgefahren wird, wenn jeder Platz belegt ist. Zwischen diesen Umschlagspunkten kann man überall ein- und aussteigen, wo man will. Beinfreiheit ist zudem auch so eine Rarität, aber ich habe da inzwischen einen Lieblingsplatz an dem auch ich „gemütlich“ sitzen kann.

Im Mittelpunkt: ein Dalladalla


Jedenfalls fuhren wir dann bis Sanya Juu mit diesen Dalladallas und stiegen dort auf ein Pikipiki um. Dabei handelt es sich um Motorradtaxis, die einen hinten drauf überall hinfahren und so ging es dann zum Diakoniezentrum Faraja. Es war schon eine echt tolle Fahrt. Endlich mal raus aus der Stadt und ins Hinterland zu fahren war echt toll. In Faraja angekommen war ich total überwältigt! Alle Menschen waren so herzlich, alles ist so grün bepflanzt, mein Schlafzimmer für die nächsten Monate ist schön und einfach zu wissen, dass ich dort die nächsten zehn Monate verbringen werde war so schön. Zurzeit sind wir allerdings noch in Moshi, aber sobald unser Visum fertig ist ziehe ich dann auch nach Faraja um und erzähle dann nochmal ganz viel mehr. Übrigens werde ich gar nicht direkt in Faraja arbeiten, sondern in einer Art Schule in der Nähe, aber dazu ein anderes Mal mehr.

Ein schönes grünes Fleckchen Erde: Faraja:)

Tansanische Hochzeiten

An unserem ersten Wochenende in Tansania nahm uns unserer Sprachlehrer bereits zu zwei aufeinander folgenden Hochzeitsgottesdiensten mit, da die anschließenden Feierlichkeiten dann allerdings ohne uns stattfanden, gibt es von den Hochzeiten gar nicht so viel zu berichten. Eine Woche später am Samstag kam dann allerdings die erste komplette Hochzeit mit allem drum und dran. Dem Rahmen angemessen ließen wir uns traditionelle Kleidung schneidern. Ein bunter Stoff wurde in wenigen Tagen in zwei Kleider und ein Hemd (für mich) verwandelt. Neben uns gefielen unsere Outfits auch allen möglichen Leuten auf den Straßen, die uns auf dem Weg zur Kirche vielzählig „Umependeza“ hinterherriefen, was so viel bedeutet wie ihr seht gut aus.

Wir drei, passend eingekleidet für die Hochzeit

Der Hochzeitsgottesdienst sollte dann um 13 Uhr losgehen und wie das mit der Pünktlichkeit hier in Tansania ist, ging der Gottesdienst dann um kurz nach 14 Uhr auch wirklich los. Auffällig war, dass die Braut nicht ein einziges Mal gelacht hat, was wohl damit zusammenhängt, dass sie ihre eigene Familie mit diesem Tag nun verlässt und ab sofort der Familie des Bräutigams angehört. Neben der Freude, suchten wir auch vergeblich einen Hochzeitskuss. Anschließend ging es zum Uhuru Hotel in Moshi, wo die weiteren Feierlichkeiten stattfinden sollten. Die Zeit bis zur Ankunft des Brautpaares wurde mit einer „leckeren“ Suppe überbrückt. Mich als großer Fleischliebhaber (Ironie) hat die Suppe eh nicht so angesprochen, da sie aus pürierten Banane und Fleisch bestehen sollte. Letztendlich ließ ich mich dann dazu überreden das Bananenpüree zu schlürfen und die Fleischstückchen übrig zu lassen. Als sich im weiteren Verlauf herausstellte, dass es sich bei dem Fleisch um Ziegeninnereien handle, verging mir dann doch der Appetit. Kulinarisch ging es dann auch nachher besonders weiter. Es wurden zwei gebratene Ziegen auf einem Rollwagen in den Saal geschoben. Zu allem Übel wurde den Ziegen der Kopf samt Fell, sowie der Schwanz gelassen. Eileen meinte nach einem kleinen Bissen, dass es so schmeckt, wie Streichelzoo riecht, also ihr hat es bestimmt gefallen:D

Die arme Ziege:(

Sehr besonders war zudem die Geschenkübergabe, da hierbei die einzelnen Gästegruppen einzeln aufgerufen wurden und sich dann von ganz hinten nach vorne zum Brautpaar hin tanzend fortbewegten, mich eingeschlossen:D

Die Geschenkübergabe

Besuch in Malula

Anfang Juni kam ein Massai-Chor zu Besuch nach Deutschland, um das leben hier kennen zu lernen, zu singen, zu tanzen, zu springen und um so einige Stationen in Braunschweig und Umgebung abzuklappern. Ich habe dieses Programm nach meinem Abitur begleitet, sodass mir dieser Chor echt ans Herz gewachsen ist und ich es kaum abwarten konnte sie alle in Tansania wiederzusehen. Genau dieses Wiedersehen fand dann am vergangenen Sonntag statt. Zusammen mit Eileen, Mareike und einem Mitarbeiter der Diozöse hier im Norden Tansanias fuhren wir von Boma Ng’ombe Richtung Flughafen und bogen dann irgendwann rechts ab. Über Schotterpisten und noch schlechtere Wege näherten wir uns dann langsam Malula. Als wir uns der Siedlung näherten erkannte ich schon die ersten Beiden wieder, welche dann voller Freude dem Auto hinterher rannten bis wir schließlich an der Kirche zum Stehen kamen. Dort wurden wir dann total herzlich empfangen, es gab Umarmungen ohne Ende und ich war einfach total glücklich alle wieder zu sehen. Dann ging auch schon bald der Gottesdienst los, welcher ebenfalls von dem Massai-Chor fröhlich begleitet wurde. Bei einem Lied wurden wir dann sogar dazu eingeladen mit zu tanzen. Nach einem anschließenden Essen, war es dann auch leider schon wieder Zeit sich zu verabschieden, aber jetzt bin ich ja nur einen Katzensprung entfernt. Was mich wieder einmal beeindruckt hat, ist die enorme Lebensfreude, welche diese Menschen zeigen!

Nach dem Gottesdienst in Malula

Ansonsten ist nun unserer Sprachkurs vorbei, sodass wir jetzt mal gucken müssen wann es in unsere Arbeitsstellen geht. Ein für heute angesetzter Termin, um das Thema Visum etwas weiter aufzuklären wurde leider kurzfristig abgesagt, also heißt es ab jetzt warten, warten und warten.

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