Rosh Hashana – jüdisches Silvester

Ob ihr es glaubt oder nicht, hier wird diesen Sonntag das neue Jahr begrüßt. Denn nach dem jüdischen Kalendar beginnt am Montag der erste Monat des Jahres mit dem Namen Tischre. Auch wenn hier die Feiertage nach jüdischen Kalender gefeiert werden, wird der uns bekannte Kalender im Alltag benutzt. Puh, nochmal Glück gehabt. Rosh Hashana bedeutet übrigens „Kopf des Jahres“.

Gestern haben wir bereits im Kfar mit den Membern, so werden die Bewohner genannt, und mit den ganzen Mitarbeitern Rosh Hashana gefeiert. Dafür haben wir den großen Speisesaal in einen Festsaal verwandelt. Wir haben alle Stühle um eine Bühne herum aufgestellt und den Saal mit Papier-Granatäpfeln und weißen Girlanden geschmückt. Zudem hatten wir als Volontäre die Aufgabe eine kleine Showeinlage zu gestalten. Als alle in ihrer weißen Festtagsgarderobe eingetrudelt sind, wurden zuerst einige Ansprachen gehalten, deren wichtiger Gehalt mir durch die fehlenden Sprachkenntnisse entgangen ist – geklatscht habe ich trotzdem fleißig. Danach kamen wir auf die Bühne und haben das Fliegerlied samt Bewegungen zum Besten gegeben und danach Frohes Neues auf Hebräisch gewünscht: Shana Tova! Anschließend ging es zum festlichen Akt über. Es wurden Äpfel herumgereicht, die man in flüssigen Honig tunkt, als Symbol der Verschmelzung vom bitteren Apfel und dem süßen Honig – auch wenn nach meinem Geschmack die Mischung einfach nur ziemlich süß war. Ein weiteres Symbol ist der Granatapfel, der für Fruchtbarkeit steht. Tatsächlich wachsen in Israel gerade an vielen Bäumen Granatapfel, die man sich oft einfach von der Straße aus pflücken kann. Die dritte Tradition an Rosh Hashana ist das ein Widderhorn geblasen wird – darauf habe ich bei dieser Zeremonie aber vergeblich gewartet. Stattdessen ist der Chor samt Trommelgruppe aufgetreten. Mich freut es immer wieder, wie sich die Member von Musik begeistern lassen. Am Ende wurde auch noch zu Musik getanzt – bzw. mit den Membern an der Hand rumgezappelt. Einfach schön, wenn alle verrückt tanzen. Danach war das Feiern auch schon vorbei. Doch voraussichtlich geht es am Sonntag weiter, wo ja dann tatsächlich das neue Jahr Willkommen geheißen wird.

Also dann wünsche ich euch nach jüdischem Kalender jetzt mal ein frohes neues Jahr!

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