Über den Wolken…

…muss die Freiheit wohl grenzenlos sein.

Den Blogeintrag unterwegs nach Frankreich hab ich leider nicht zuende schreiben können. Kleiner Einblick: er sollte „on my way – just not to Blackpool“ heissen.

Jetzt bin ich aus Frankreich schon wieder da, habe 5 Hühner, einen Hahn und ein Baby kennengelernt und bin um Viertel vor 6 aufgestanden, um den Flieger zu kriegen, in dem ich jetzt sitze. Damit hatte ich es im Gegensatz zu Philine, die übrigens neben mir am Fenster sitzt und schläft, noch ziemlich komfortabel. Davon abgesehen ging aber eigentlich alles schief, was schiefgehen konnte. Erst standen wir so halb im Stau, dann musste ich drei Mal durch die Sicherheitskontrolle (irgendwie hab ich das mit „Elektronische Geräte ausserhalb der Tasche platzieren“ nicht so ganz verstanden. Und den Gürtel hätte ich echt einfach abmachen sollen), dann hatte unser Flugzeug leider 20-30 Minuten Verspätung und zu guter Letzt mussten alle Taschen identifiziert werden, weil ein Passagier nun doch nicht mit uns reisen wird. Jetzt sind wir allerdings mit etwa einer Stunde Verspätung endlich in der Luft und ich hab für die nächsten 90-100 Minuten nicht allzu viel zu tun.

Obwohl der Abstand zwischen den Wolken und dem Boden deutlich geringer ist als der zwischen uns und den Wolken sieht die Welt gar nicht so unglaublich winzig aus. Grosse Häuser mit roten Dächern kann man immernoch ganz gut einzeln identifizieren. Und in der Ferne kann man schon die Küste erkennen. Glaub ich zumindest. Von hier ist es etwas schwierig den Farbverlauf von Horizont im Zweifelsfall vom Wasser zu unterscheiden.

Ansonsten hab ich mich doch noch etwas besser vorbereitet. Auf vielstimmigen Einspruch hin habe ich nun doch eine Regenjacke (sehr gelb und mit sehr grosser Kapuze. Bei meiner Liebe für Jacken in Signalfarben habe ich mich eigentlich sofort verliebt) und eine britische Tageszeitung habe ich auch schon gelesen. Bloody politics!

Obwohl ich ein bisschen traurig bin, dass ich in der letzten Woche nicht Zuhause war und nochmal Zeit mit meiner Familie verbringen konnte, bin ich auf der anderen Seite eigentlich ganz froh, das Abschiedsgefühl damit auf anderthalb Tage begrenzt zu haben. Die letzte Zeit ist wirklich im Flug vergangen, was sicher zum Teil auch daran lag, dass ich einfach immer was zu tun hatte und unterwegs war. In den letzten 4 Wochen war ich ungefähr 6 Tage Zuhause und während das natürlich schon ziemlich geschlaucht hat, hat es vermutlich auch den Abschied etwas leichter gemacht. Von „die ganze Zeit Zuhause“ auf „10 Monate einfach weg“ stelle ich mir noch schwieriger vor.

Inzwischen überfliegen wir auch tatsächlich die Nordsee (stilecht habe ich auch meinen Pullover vom letzten Nordsee-Urlaub mitgenommen. Da steht auch ziemlich gross „Nordsee“ drauf). Dass ich das Festland für so lange Zeit nicht wiedersehen werde, ist noch nicht ganz greifbar für mich. Momentan bin ich aber noch relativ gelassen und, für die locals, tiefentspannt. Der Pilot hat uns gerade informiert, dass es in Manchester, wo wir landen werden, ein bisschen nieselt, aber statt der vorher angekündigten unterkühlten 11°C sind wir inzwischen bei „tropical 12 degrees Celsius“. Vielleicht hätte ich die Regenjacke und warmen Pullover lieber Zuhause lassen und stattdessen Shorts mitnehmen sollen.

Die nächste halbe bis Dreiviertelstunde werde ich jetzt wahrscheinlich mein Buch lesen (natürlich auf Englisch). Vielleicht noch ein Nickerchen machen. Diesen Blogpost vorbereiten, soweit das eben im Flugmodus geht (kurz nachdem wir Richtung Landebahn losgerollt sind, also wenn die Handys definitiv nicht mehr an sein sollen, hat schräg hinter uns erstmal eins geklingelt. Der Pilot hat uns freundlicherweise erinnert, dass wir alle elektronischen Geräte in den Flugmodus schalten müssen). Und ansonsten einfach geniessen, dass die Freiheit hier oben grenzenlos ist.

PS: über die Kommentare und Anregungen, sowohl mündlich als auch hier, hab ich mich natürlich sehr gefreut. Sobald ich rausgefunden habe, wie das mit dem moderieren eigentlich richtig funktioniert, werden sie hoffentlich auch für alle anderen einsehbar sein.

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